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Auswegen aus der drohenden Misere - Ideen für ein himmlisches Gründerland  -  20.10.2007
Team.jpgIn Deutschland mangelt es an Business Angels. Lesen Sie hierzu die News vom 20. Oktober 2007: "Deutschland mangelt es an Business Angels" .

Ohne die Wagnisfinanzierer werden aber viele neue Geschäftsideen nicht umgesetzt – der Innovationsmotor des Exportweltmeisters könnte ins Stottern geraten. Ein Kreis von Experten suchte jetzt im Rahmen der "Sylter Runde" nach Auswegen aus der drohenden Misere. Eingeladen hatten die beiden erfahrenen Gründer und Gründungsforscher Prof. Norbert Szyperski und Prof. Tobias Kollmann. "Sylter Runden" gibt es bereits seit 2003. Seitdem werden mehrmals jährlich wirtschaftspolitische Problemstellungen diskutiert und Thesen zu deren Lösung formuliert. In der jüngsten „Sylter Runde“ ging es um zwei zentrale Fragen: Wo können neue Business Angels (BA) gefunden und wie können aktive Investoren bei ihrer Arbeit unterstützt werden?

Nach zwei Tagen intensiver Diskussion hatten sich fünf Antworten bzw. ehrgeizige Ziele herauskristallisiert: Gründung eines bundesweiten BA-Instituts, Start einer Medienkampagne, Forderung nach Steuererleichterungen für BA, Initiierung einer Exzellenz-Initiative für BA-Netzwerke sowie Aufbau einer BA-Community im Internet. Das BA-Institut soll laut Kollmann kontinuierlich Daten über den Status quo des Marktes für informelles Beteiligungskapital sammeln. „Diese könnten dann Basis für politische Entscheidungen – etwa in steuerlicher Hinsicht – sein.“ Nach Ansicht von Szyperski sollte das Institut außerdem für das Thema Business Angels werben. "Sowohl Gründer als auch potenzielle Mentoren müssen besser informiert werden über die Aufgaben und Arbeitsweisen der privaten Wagniskapitalgeber." Auf diese Weise könne sowohl die Angebots- als auch die Nachfrageseite des Marktes belebt werden. Eine dritte Aufgabe des Instituts solle die Fortbildung sein. "In Workshops könnten junge Angels von erfahrenen Investoren und Steuerexperten in die Details eines Beteiligungsprozesses eingeführt werden", so Kollmann. Finanziert werden solle ein solches Institut – eventuell angelehnt an eine Hochschule – über einen Trägerverein oder eine Stiftung. Kollmann: "Vermögende Privatinvestoren könnten den Grundstock legen. Als regelmäßige Einnahmequelle kämen Forschungsaufträge in Frage – etwa von der EU." Die Medienkampagne soll die Ziele des Instituts unterstützen. "Auch sie zielt ab auf Awareness", so Kollmann. "In Kooperationen mit Verlagen und TV-Sendern wollen wir die Aktion '1000 Business Angels für Deutschland' lancieren. Erfolgreiche Investoren sollen in Anzeigen und Spots über ihre bisherigen Beteiligungserfolge berichten." Leser bzw. Zuschauer, die dadurch auf den Geschmack kommen, sollen sich bei ausgewählten Netzwerken melden und in direkten Kontakt mit erfahrenen Engeln treten können. Potenzielle Gründungsförderer sollen außerdem direkt angesprochen werden. Szyperski: "Wir wollen uns an verschiedene Organisationen und Institutionen wenden, über die vermögende Unternehmer erreichbar sind." Anlaufstellen seien etwa Wohltätigkeitsclubs wie Rotary oder Lions, Privatbanken, Vermögensberater und -verwalter sowie Gründer, die ihre Firma erfolgreich veräußert haben. Bei den Forderungen nach Steuererleichterungen schloss sich die "Sylter Runde" den Vorschlägen des Business Angels Netzwerks Deutschland (BAND) an. Dessen Vorsitzender Roland Kirchhof erklärt: "Wir wollen beispielsweise erreichen, dass Veräußerungsgewinne dann nicht versteuert werden, wenn sie innerhalb von drei Jahren wieder in ein Jungunternehmen investiert werden." Weiter solle – wie in vielen anderen Staaten üblich – der Verlustabzug ermöglicht werden, wenn das Unternehmen entgegen den Erwartungen erfolglos ist und die Anteile des Business Angels wertlos werden. Für besonders effizient im Hinblick auf die Gewinnung neuer Business Angels hält Kirchhof einen begrenzten Steuerabzug. "Wir wünschen uns, dass Investoren 20% der Mittel, die sie in Jungunternehmen investieren, steuerlich geltend machen können."

Die geplante Exzellenz-Initiative für BA-Netzwerke soll sich laut Szyperski am Prinzip der Exist-Gründerförderung anlehnen. Dabei werden Hochschul-Organisationen bezuschusst, die Start-ups besonders effektiv unterstützen. "Bezogen auf die BA-Netzwerke würde ein Wettbewerb in Gang gesetzt, von dem am Ende alle Mitglieder und alle Gründer profitieren." Als Finanzierer kämen nicht nur Bund und Länder in Frage, sondern auch private Träger, die ein Interesse am BA-Markt haben. Im Rahmen der geplanten Community im Internet soll u.a. ein "BA-Wiki" initiiert werden. "Die von Mitgliedern gepflegte Online-Enzyklopädie kann beispielsweise sämtliche für Business Angels maßgeblichen Rechtsvorschriften erklären", so Kollmann. "So kann jeder Teilnehmer von den Erfahrungen seiner Kollegen profitieren. Außerdem könne eine Syndizierungsbörse eingerichtet werden.

Weiterführende Informationen finden Sie hier .

Quelle: VentureNews von vdi-nachrichten.com


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